Gegen 9.50 hatten Anwohner an der Horster Straße einen ausgedehnten Wohnungsbrand bemerkt und den Notruf gewählt.
Die Rettungsleitstelle alarmierte sofort die unbezahlten Feuerwehrleute aus Bad Nenndorf, Waltringhausen und Horsten mit dem Stichwort:
„B2-D Feuer Gebäude, Personen in Gefahr“.
Diese Alarmierung lässt bei jedem Helfer den Puls noch einmal mehr in die Höhe treiben als sonst bereits, wenn der Melder piept.
Denn bei einem Feuer können schon Sekunden darüber entscheiden, ob ein Mensch rechtzeitig aus dem Rauch oder vor den Flammen gerettet werden kann.


Hausbewohner konnten sich unverletzt retten
Als das erste Feuerwehrfahrzeug eintraf, hatten die Mieter der nicht direkt betroffenen Wohnung schon das Haus verlassen.
Mit Kleinkindern an der Hand standen sie am Straßenrand und beobachteten, wie die Feuerwehrleute erste Schläuche zum Hauseingang auf der Rückseite hin ausrollten, während sich aus allen Richtungen weitere Fahrzeuge mit lauten Martinhörnern näherten.




Unterstützung aus Rodenberg
Schon auf der Anfahrt hatte der Einsatzleiter nach ersten Informationen vorsorglich die Feuerwehr Rodenberg nachalarmieren lassen.
Tagsüber sind auch in der Samtgemeinde Nenndorf viele der Ehrenamtlichen außerhalb zur Arbeit, so dass am Einsatzort schnell Einsatzkräfte, und besonders Atemschutzgeräteträger, fehlen können.


Gerade die werden aber gebraucht, um Menschen aus verrauchten Wohnungen zu retten und dann ohne Gesundheitsgefahr im giftigen Qualm löschen zu können.
Und weil so ein Einsatz mit der schweren Ausrüstung extrem anstrengend ist, benötigen die speziell ausgebildeten Feuerwehrleute auch recht bald eine Ablösung. Selten können sie gleich darauf wieder eingesetzt werden.
Zum Vergleich: Beim Wohnhausbrand in Lauenau vor rund einer Woche nach Feierabend der meisten Helfer waren fast 100 Freiwillige aus ebenfalls vier Ortsfeuerwehren zum Einsatzort ausgerückt.
Heute Morgen konnte der Einsatzleiter rund 60 Ehrenamtliche, also knapp 2/3 davon, einsetzen!


Flammen schlugen aus Fenster
Dass die schnelle Alarmierung weiterer Helfer eine gute Entscheidung war, bestätigte sich am Einsatzort:
Den ersten Ehrenamtlichen schlugen große Flammen aus einem Fenster im Erdgeschoss entgegen. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht klar, ob eventuell jemand aus der Brandwohnung gerettet werden muss.


Nachbarn hatten der Polizei wohl berichtet, dass einer der beiden Wohnungsmieter morgens das Haus verlassen hatte. Den zweiten hatten sie aber noch nicht gesehen.
Mit mehreren Schläuchen gelang es den Feuerwehrleuten, das Feuer von innen und außen zügig zu löschen und einen Überschlag der Flammen auf das Fenster darüber zu verhindern. Der Atemschutztrupp durchsuchte dabei zeitgleich die Wohnung nach möglichen Verletzten.


Wärmebildkamera half bei Suche
In verrauchten Räumen nutzen die Helfer dafür, wenn vorhanden, eine Wärmebildkamera. Die ist in der Anschaffung zwar sehr teuer, aus dem „modernen“ Löschangriff aber nicht mehr wegzudenken.


Trotz nur wenigen Zentimetern Sichtweite können Atenschutztrupps damit Opfer finden, deren Körpertemperatur dann auf dem Monitor deutlich zu erkennen ist.
Auch Glutnester und der eigentliche Brandherd lassen sich damit deutlich leichter finden.


Mieter bricht zusammen
In der Wohnung wurde glücklicherweise niemand mehr angetroffen. Doch noch während der Löscharbeiten kehrte einer der jungen Mieter zurück.
Er erlitt einen Zusammenbruch und musste von einem Helfer der „Psychosozialen Notfallversorgung“ (kurz PSNV) betreut werden, als er vom Brand in seiner nun vollständig unbewohnbaren Bleibe erfuhr.


64 ehrenamtliche Retter aus vier Feuerwehren waren im Einsatz, darunter 19 Atemschutzträger. Ihr schneller Einsatz hat verhindert, dass sich das Feuer weiter ausbreiten konnte.
Die Brandursache wird nun von Spezialisten der Kriminalpolizei ermittelt.
Hinweis: Alle Fotos sind für die eingesetzten Rettungskräfte wie immer kostenlos zu erhalten. Bitte wendet euch bei Interesse mit einer offiziellen Mailadresse eurer Organisation an redaktion@n112.de!
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