Gegen 8.44 Uhr war es mit der Ruhe am Himmelfahrtsmorgen für rund 30 unbezahlte Feuerwehrleute aus Lauenau vorbei:
Mit dem Stichwort „T1 – auslaufende Kraftstoffe nach Verkehrsunfall“ wurden sie zum Einsatz gerufen.
An der Einsatzstelle erwartete die Helfer wenige Minuten später ein Trümmerfeld aus Scherben und Plastikteilen:
Zwei Autos waren frontal mit hoher Geschwindigkeit zusammengestoßen.
Während sich der Passat Kombi des 37-jährigen mutmaßlichen Unfallverursachers aus dem Landkreis Hameln nach dem Aufprall stark gedreht hatte, war das zweite Auto aus dem Landkreis Nienburg/Weser in die Leitplanke geprallt.
In ihm war die 77-jährige Fahrerin schwer verletzt worden.


Tatsächlich liefen auch Betriebsstoffe aus und flossen in Richtung Gulli, allerdings unterstützten die Ehrenamtlichen sofort in mehreren Bereichen.
Eine Schwerverletzte
Zwei Rettungswagenbesatzungen aus Rodenberg hatten bereits mit der medizinischen Versorgung der drei Verletzten begonnen und wurden sofort durch medizinisch ausgebildete Feuerwehrleute unterstützt.
Besonders schlimm hatte es die 39-jährige Beifahrerin des Passat getroffen.
Ihre Verletzungen waren so schwer, dass sie noch längere Zeit durch einen Notarzt aus Stadthagen im Auto behandelt und mit Schmerzmitteln therapiert werden musste, ehe sie aus dem Wrack gerettet werden konnte.
Zur Unterstützung rückte später noch ein dritter Rettungswagen aus Auetal an.
Rettung ohne hydraulische Schere
Schon früh hatte sich die Feuerwehr auf eine patientengerechte Rettung der Schwerverletzten eingestellt.
Da bei Unfällen dieser Art, mit schleudernden Fahrzeugen und hoher Aufprallgeschwindigkeit, immer auch Wirbelsäulenverletzungen möglich sind, versucht der Rettungsdienst, die Patienten möglichst ohne zusätzliche Drehungen der Körperachse aus dem Auto zu bekommen.
Dazu wird das Dach abgetrennt und der Patient über ein Spineboard nach hinten und oben aus dem Sitz gezogen (genauer erklärt habe ich das Vorgehen zum Beispiel hier).
Die Feuerwehr hatte bereits hydraulisches Rettungsgerät bereitgestellt, da zunächst sowieso überlegt worden war, die Beifahrertür für eine einfacherere Rettung ganz zu entfernen.
Das Abtrennen des Daches wäre für die sehr erfahrenen Helfer aus Lauenau eine Sache von wenigen Minuten gewesen.
Der Notarzt entschied sich schließlich für den Weg durch die Beifahrertür, indem die Patientin mithilfe einer sogenannten Rettungsboa im Sitz gedreht und dann mit Hilfe vieler Hände auf das Spineboard gelegt wurde.


Hierzu muss man bedenken, dass es in der Notfallmedizin immer mehrere Wege zum Ziel gibt und Faktoren für Entscheidungen eine Rolle spielen können, die von außen nicht zu beurteilen sind.
In jedem Fall ist die Feuerwehr nur Helfer des Rettungsdienstes/Notarztes und hat allenfalls beratende Funktionen.


Brandschutz durch die Feuerwehr
Damit die Helfer an der Einsatzstelle sicher arbeiten konnten, stellten die Ehrenamtlichen den Brandschutz sicher. So standen je ein Pulver-, und Wasserlöscher bereit, auch ein Schlauchangriff wurde vorbereitet.
Gleichzeitig begannen andere Feuerwehrleute mit dem Auffangen der Betriebsmittel.
Mit speziellem saugfähigen Granulat errichteten sie Sperren und nahmen anschließend die Flüssigkeiten auf.
Zusammen mit einem Abschleppunternehmen fegten die Feuerwehrleute nach der Unfallaufnahme die Trümmer zusammen.
Wann kommt endlich die Ampel oder 50km/h-Begrenzung?
Nach ersten Ermittlungen der Polizei war der 37-jährige Passatfahrer von Lauenau kommend nach links Richtung A2 abgebogen und hatte den entgegenkommenden Citroen der 77-Jährigen übersehen.
Ob er durch die von schräg rechts scheinende Sonne geblendet oder anderweitig abgelenkt war, ist nicht bekannt.


Allerdings ist dieser Abschnitt der B442 mit beiden Einmündungen zur Autobahn 2 bei den Rettungskräften berüchtigt:
Immer wieder kommt es zu schweren Unfällen, weil die Vorfahrt missacht oder die Geschwindigkeit anderer Autos durch abbiegende Fahrer unterschätzt wird.
Deshalb gibt es schon lange Forderungen, eine Ampel aufzustellen oder wenigstens eine 50-km/h-Beschränkung einzuführen. Denn nur wenige Verkehrsteilnehmer halten sich auf der B442 an die erlaubten 70km/h.
Kracht es dann, sind die Folgen meist heftig, gerade bei Frontalunfällen…


Neben der Autobahn 2 birgt der unfallträchtige Abschnitt zudem eine weitere unnötige Einsatzbelastung für die unbezahlten Helfer der Feuerwehren Rodenberg und Lauenau.
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