Massive Scheune in Feggendorf eingestürzt – Großeinsatz der Feuerwehr

Erst gab es ein lautes Krachen, dann zog heute Morgen (31.07.19) eine dichte Staubwolke durch Feggendorf: Im Ort war das Dach einer massiv erbauten Scheune eingestürzt. Die ersten Anrufer konnten der Feuerwehr nicht sagen, ob noch Menschen in den Trümmern steckten. Deshalb alarmierte der Disponent das große Besteck: Sieben Ortsfeuerwehren, ein Rettungswagen und der Notarzt machten sich auf den Weg!

Ein Feuerwehrmann betrachtet aus sicherer Entfernung den eingestürzten Teil der Scheune (Foto: n112.de/Stefan Simonsen)
Ein Feuerwehrmann betrachtet aus sicherer Entfernung den eingestürzten Teil der Scheune (Foto: n112.de/Stefan Simonsen)

Schon seit zwei Tagen hatten Anwohner immer wieder Geräusche vom Nachbargebäude gehört, die an klackende Kieselsteine erinnert haben sollen.

Der nächtliche Regen war dann wohl zuviel für das Gemäuer:

Gegen 7.20 Uhr krachten die Dachbalken der ursprünglich im Jahr 1867 errichteten Scheune herunter, die schweren Trümmer brachten Mauern im Inneren zum Einsturz.

Große Staubwolke über Einsturzstelle

Die erschrockenen Nachbarn wählten den Notruf und berichteten der Rettungsleitstelle von einer großen Staubwolke, die über dem Einsturzort hinge.

Es sei auch unklar, ob sich noch Menschen in den Trümmern befänden.

Der Disponent entschied sich aufgrund der ersten Meldungen dafür, das Alarmstichwort „T3“ für „Technische Hilfeleistung, Stufe 3“ auszulösen.

Sekunden später heulten in den Orten rundherum die Sirenen, zeitgleich lösten die Meldeempfänger der Ehrenamtlichen in Feggendorf, Lauenau, Rodenberg, Hülsede, Schmarrie, Pohle und Apelern aus.

Auch ein hauptamtlich besetzter Rettungswagen der DRK-Wache Rodenberg und ein Notarzt fuhren die Straße „Lachdorf“ zusammen mit der Polizei an.

Ein Anwohner blickt auf das eingestürzte Dach, das schon zwei Tage lang ungewöhnliche Geräusche von sich gegeben haben soll (Foto: n112.de/Stefan Simonsen)
Ein Anwohner blickt auf das eingestürzte Dach, das schon zwei Tage lang ungewöhnliche Geräusche von sich gegeben haben soll (Foto: n112.de/Stefan Simonsen)

110 Feuerwehrleute im Einsatz

Knapp zehn Minuten später reihten sich bereits etliche rote Einsatzfahrzeuge Stoßstange an Stoßstange in dem beschaulichen Ort am Deisterrand.

Rund 110 unbezahlte Feuerwehrleute warteten darauf, mögliche Verschüttete zu befreien.

Am Einsturzort konnte aber schnell festgestellt werden, dass sich niemand in dem Gebäude aufgehalten hatte.

Das hatte nach ersten Angaben vor Ort als Lager gedient und war nicht bewohnt.

Die Feuerwehr sperrte den Bereich um die Scheune nach Absprache mit der Polizei ab. Ein Statiker bestätigte später, dass der Rest des Hauses ebenfalls einsturzgefährdet sei.

Warten auf den Einsatz: Ein Teil der 100 Feuerwehrleute (Foto: n112.de/Stefan Simonsen)
Warten auf den Einsatz: Ein Teil der 100 Feuerwehrleute (Foto: n112.de/Stefan Simonsen)

Mitgedacht: Die Polizei parkte abgesetzt vom Unglücksort, um die enge Straße nicht für die Feuerwehr zu blockieren (Foto: n112.de/Stefan Simonsen)
Mitgedacht: Die Polizei parkte abgesetzt vom Unglücksort, um die enge Straße nicht für die Feuerwehr zu blockieren (Foto: n112.de/Stefan Simonsen)

Großeinsatz wegen unklarer ersten Lage

Für Außenstehende mag der Einsatz so vieler Feuerwehrleute etwas übertrieben gewirkt haben, denn schließlich war „nur eine Scheune“ eingestürzt.

Ein Feuerwehrmann erklärte vor Ort aber, dass die „großzügige“ Alarmierung durchaus gerechtfertigt und nötig war:

Nach den vagen ersten Schilderungen der Anrufer hätten im ersten Angriff durchaus sofort sehr viele Helfer nötig sein können. Zum Beispiel, wenn es sich doch um eine Verpuffung gehandelt und es anschließend gebrannt hätte, während gleichzeitig noch Verschütte hätten gerettet werden müssen.

Im Einsatzleitwagen (ELW) koordinierten ehrenamtliche Spezialisten den Einsatz der über 100 Feuerwehrleute (Foto: n112.de/Stefan Simonsen)
Im Einsatzleitwagen (ELW) koordinierten ehrenamtliche Spezialisten den Einsatz der über 100 Feuerwehrleute (Foto: n112.de/Stefan Simonsen)

Zudem hätten die alarmierten Ortswehren, wie überall im Ländlichen, das Problem, dass viele der unbezahlten Einsatzkräfte tagsüber weit weg an ihrer Arbeitsstelle seien.

Deshalb würden von morgens bis abends mehrere Ortswehren gemeinsam alarmiert, um immer eine, dem Ereignis angemessene, Mindestanzahl von Einsatzkräften am Einsatzort zu haben.